Rein nationale Lösungen für den Klimawandel sind vergebens.

Rein nationale Lösungen für den Klimawandel sind vergebens.

 

Der Mensch als Hauptverursacher des Klimawandels

Was ist der Klimawandel?

Als Klima bezeichnet man den „mittleren Zustand, charakteristische Extremwerte und Häufigkeitsverteilungen von meteorologischen Größen“. Zu solchen Größen zählen zum Beispiel Luftdruck, Wind, Temperaturen oder Niederschlag. Diese werden in Bezug zu einem längeren Zeitraum und einem bestimmten geographischen Gebiet gesetzt. (Vgl. Umweltbundesamt)

Der sogenannte Klimawandel geht zurück auf natürliche Ereignisse, die auf das Erdklima einwirken. Diese sind teils so stark miteinander verflochten, dass sie sich gegenseitig verstärken oder neutralisieren können.

Das Klima kann sich – sehr stark vereinfacht - aufgrund der folgenden Faktoren ändern: (Vgl. Umweltbundesamt)

  1. Veränderungen von geoastrophysikalischen Parametern – z.B. Sonneneinstrahlung und Erdlaufbahn
  2. Veränderungen der Erdoberfläche – z.B. Plattentektonik und Landnutzung
  3. Veränderungen des Stoffhaushaltes der Atmosphäre – z.B. Gehalt an Treibhausgasen und kleinen, schwebenden Teilchen (Aerosolen)

Mit Ausnahme von 1. können diese Veränderungen sowohl natürliche als auch menschengemachte Ursachen haben.

 

Ist der Klimawandel von Menschen verursacht?

Seit der Industrialisierung steigt allmählich die globale Mitteltemperatur der Erde. Der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change oder auch einfach „Weltklimarat“) der Vereinten Nationen wurde 1988 ins Leben gerufen um politischen Entscheidungsträgern den Stand der Forschung zum Klimawandel bereitzustellen. Die sogenannten Sachstandsberichte des IPCC gelten gemeinhin als glaubwürdigste und seriöseste Zusammenfassung des Forschungsstandes über das Klima und seine Veränderungen. 

Die darin enthaltenen Forschungen weisen darauf hin, dass für einen bedeutenden Teil des Anstiegs der Temperaturen auf der Erde der Mensch verantwortlich ist, weshalb man auch vom anthropogenen – vom Menschen verursachten – Klimawandel spricht. Als Hauptursache dieser menschengemachten globalen Erwärmung wird die steigende Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre identifiziert.

Einige Haupterkenntnisse des fünften und derzeit aktuellsten Sachstandsbericht des IPCC aus dem Jahr 2014 geht davon aus, dass es mit über 95% extrem wahrscheinlich ist, dass der Hauptgrund für die globale Erwärmung der menschliche Einfluss ist:

  • Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig nachweisbar. Das Ausmaß der Erwärmung der Ozeane, des Rückgangs von Schnee und Eis, des Anstiegs des Meereisspiegels und der Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre sind so seit Jahrtausenden noch nicht aufgetreten 
  • Von 1880 bis 2012 ist die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche um 0,85 °C angestiegen.
  • Es ist wahrscheinlich, dass auf der Nordhalbkugel der Zeitraum von 1983 bis 2013 die wärmste 30-Jahre-Periode der letzten 1400 Jahre war.
  • Die Gletscher der Erde verloren sehr wahrscheinlich von 1993 bis 2009 275 Milliarden Tonnen Eis/Jahr.
  • Der Meeresspiegelanstieg im Zeitraum von 1901 bis 2010 betrug 19 ± 2 cm.
  • Die aktuelle Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ist die höchste seit 800.000 Jahren. Im Vergleich zur vorindustriellen Konzentration hat der Gehalt an Kohlendioxid um 40 % zugenommen.
  • Es ist mit 95% extrem wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss der Hauptgrund für die seit 1950 beobachtete globale Erwärmung ist.
  • Die weltweite Energieversorgung muss schnell und grundlegend umgebaut werden. Zentral dabei ist keine Kohle mehr zur Energieerzeugung zu verfeuern

(Seite „Fünfter Sachstandsbericht des IPCC“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Oktober 2018, 07:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=F%C3%BCnfter_Sachstandsbericht_des_IPCC&oldid=181595359 (Abgerufen: 20. November 2018, 11:48 UTC):

 

Ursachen des menschengemachten Klimawandels

Erwärmung durch Klimagase und Treibhauseffekt

Waren bis zur Industrialisierung die Auswirkungen menschlicher Handlungen regional begrenzt, werden seitdem deutliche überregionale und globale Änderungen im Stoffhaushalt der Atmosphäre als Folge menschlichen Wirkens beobachtet. Wesentlichster Indikator dafür ist der Anstieg der sogenannten Treibhausgase, die für den sogenannten Treibhauseffekt verantwortlich sind. Darunter versteht man – wieder sehr stark vereinfacht – den folgenden Ablauf: Treibhausgase absorbieren Wärmestrahlung von der Erdoberfläche, den Wolken und der Atmosphäre. Unter normalen Bedingungen würde diese Wärmestrahlung an den Weltraum abgegeben werden. Die Treibhausgase sorgen jedoch dafür, dass ein großer Anteil dieser Wärme auch in Richtung Erde abgestrahlt wird. Dadurch wird die Atmosphäre zusätzlich erwärmt.

 

Was verursacht den Treibhauseffekt?

Am 11. Dezember 1997 wurde in Kyoto das gleichnamige Protokoll beschlossen. Es ist ein Übereinkommen der Vereinten Nationen zum Klimaschutz. Das Abkommen trat am 26. Februar 2005 in Kraft und legte erstmals für die Unterzeichner verbindliche Zielwerte für Treibhausgase fest. Ziel war es den Ausstoß dieser Gase als Ursache für die Erderwärmung zu begrenzen.

Im Kyoto Protokoll wurden unter anderem die folgenden Treibhausgase aufgeführt:

 

Kohlendioxid

Kohlendioxid entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Erdgas, d.h. vor allem bei der Strom- und Wärmeproduktion, in Haushalten, im Verkehr oder der Industrie. Es macht den Großteil des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes aus. In Deutschland bestehen ca. 88% der Treibhausgasemissionen aus Kohlendioxid:

 

Methan

Auch Methan macht einen großen Anteil am menschenverursachten Treibhauseffekt aus. Es entsteht überall, wo organisches Material abgebaut wird. In Deutschland stammt das meiste Methan aus der Land- und Forstwirtschaft. Insbesondere die Massentierhaltung ist ein Hauptverursacher.

 

Lachgas

Auch Lachgas gelangt über die Landwirtschaft in die Atmosphäre. Es entsteht durch den Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger und in der Massentierhaltung. In der Industrie entsteht es vor allem bei Produktion von Kunststoffen oder Dünger.

F-Gase (HFKW, FKW, SF6, NF3)

Die sogenannten fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen (F-Gase) entstehen im Unterschied zu allen anderen Treibhausgasen, die es auch natürlichen Ursprungs gibt, ausschließlich durch den Menschen. Sie werden zum Beispiel als Treibgase, Kühlmittel oder Löschmittel eingesetzt.

 

Abholzung und Fortwirtschaft

Im Kohlenstoffkreislauf wird Kohlendioxid aus der Luft durch Pflanzen aufgenommen (Fotosynthese) und in der Respiration wieder freigesetzt. Ergänzt wird dieser Prozess durch ein komplexes Mineralisierungssystem indem die Böden von Waldökosystemen Kohlendioxid langfrsitig speichern. (Vgl. Umweltbundesamt) So ist laut IPCC Reports von 2000 im Boden fünfmal mehr CO2 gespeichert als in der Vegetation.

Nun nimmt die Bewirtschaftung von Waldflächen immer mehr zu. Das führt zu einer Störung des empfindlichen Gleichgewichtes und es wird in erheblichem Maße Kohlendioxid freigesetzt. Auch die Abholzung von tropischem Regenwald setzt so eine große Menge gespeicherten Kohlenstoffs frei:

 

 Wie hat sich die Konzentration der Treibhausgase entwickelt?

Die Höhe der weltweiten Treibhausgasemissionen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.

 

Deutschland gehört zwar zu einigen wenigen Staaten, in denen die Werte im Vergleich zu 1990 deutlich gesunken sind, gehört aber weiterhin zu den größten Verursachern von Treibhausgasen.

 

Hauptverursacher in Deutschland ist die Energiewirtschaft, gefolgt vom Verkehr, dem verarbeitenden Gewerbe, den privaten Haushalten und dem Handel.

 

Die globalen Folgen des Klimawandels  und das Dilemma der Armen und Reichen

Ein Dilemma des Klimawandels ist, dass ausgerechnet die reichsten Länder der Welt die unmittelbaren Folgen wohlmöglich kaum spüren werden, wogegen wirtschaftlich schwache Entwicklungs- und Schwellenländer durch die Folgen des Klimawandels potenziell in ihrer Existenz bedroht sind und sich mangels Ressourcen auch nicht ausreichend dagegen schützen können. Einer Studie der Risikoanalysefirma Maplecroft zufolge liegen die 32 Länder mit dem höchsten Risiko künftiger Schäden durch den Klimawandel mit wenigen Ausnahmen in Afrika und Südasien. In diesen Ländern sei z.B. insbesondere die Ernährungssicherheit gefährdet. In der Folge können sich auch die Industrieländern nicht dem Klimawandel entziehen. So könnten Regionen, die heute schon unter Konflikten, Terror und Unruhen leiden, einer Verschärfung dieser und erhöhter politischer Instabilität entgegensehen. Das könnte wiederum zu einer verstärkten Migration in wirtschaftlich stabilere und vom Klimawandel weniger bedrohte Regionen führen.

 

Anstrengungen gegen den Klimawandel – globale Klimaschutzpolitik

Bereits im Jahr 1992 hat sich die Internationale Gemeinschaft mit der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemission zu begrenzen. Fünf Jahre später konnten im Kyoto-Protokoll erstmals rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Begrenzung und Reduzierung geschaffen werden. Das Protokoll trat 2005 in Kraft und gilt noch bis 2020. Nach einem komplizierten und langwierigen Verhandlungsprozess konnte 2015 im Übereinkommen von Paris der Nachfolger des Kyoto-Protokolls verschiedet werden. In ihm ist die Begrenzung der menschenverursachten Erderwärmung auf 2°C vorgesehen. Derzeit gehören alle Staaten weltweit, mit Ausnahme der USA, dem Abkommen an. Die meisten der Unterzeichner erarbeiten derzeit Klimaschutzpläne. Die Bundesregierung hat im November 2016 den Klimaschutzplan 2050 erarbeitet.

 

Weiterführende Links und Informationen

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/klima-treibhauseffekt

https://www.de-ipcc.de/128.php

http://www.ipcc.ch/pdf/special-reports/spm/srl-en.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/emissionen-der-landnutzung-aenderung

https://www.maplecroft.com/portfolio/new-analysis/2014/10/29/climate-change-and-lack-food-security-multiply-risks-conflict-and-civil-unrest-32-countries-maplecroft/

https://unfccc.int/resource/docs/convkp/convger.pdf

https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/nationale-klimapolitik/klimaschutzplan-2050/

https://www.umweltbundesamt.de/

https://www.bmu.de/

https://www.nachhaltigkeit.info/

Diesel ist unverzichtbar

Hintergrundinformationen zur These: „Diesel ist unverzichtbar“

Mit Blick auf mögliche Gesundheitsgefährdungen und die Bedeutsamkeit für die Autoindustrie wird die Frage, ob Diesel unverzichtbar sei, schon länger diskutiert. Mit dem Abgasskandal 2015 hat das Thema eine zusätzliche Brisanz bekommen.

Allgemeine Kraftfahrzeugnutzung in Deutschland

Die Kraftfahrzeugnutzung in Deutschland wächst fast unaufhörlich. Am 1. Januar des Jahres 2018 waren etwa 57 Millionen Kfz in Deutschland registriert

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1837/umfrage/kfz-bestand-in-deutschland/; 12.11.2018

 

Aktuelle Entwicklungen der Nutzung diverser Kraftstoffarten und Kraftfahrzeugen

Vom 1. Januar 2017 bis zum 1. Januar 2018 nahm die Anzahl der Fahrzeuge, welche Diesel tanken,  um  0,9 Prozentpunkte zu; die Anzahl der Fahrzeuge, welche Benzin tanken, hat um 1,6 Prozentpunkte zugenommen. Diesel und Benzin sind nach wie vor die am häufigsten genutzten Kraftstoffe. 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157199/umfrage/veraenderung-im-fahrzeugbestand-nach-kraftstoffart-in-deutschland/; 15.11.2018

 

Pkw in Deutschland – Bestand und Produktionszahlen

Die Produktionsentwicklung von Diesel-Pkw in Deutschland ist im Übergang von 2016 auf das Jahr 2017 rückläufig. Im Jahr 2017 wurden rund 2,4 Millionen Diesel-Pkw in Deutschland hergestellt. Dies entsprach ungefähr dem Niveau des Jahres 2009. Zwischen 2009 und 2017 unterlag die Anzahl der produzierten Diesel-Pkw Schwankungen, lagen aber stets über den Herstellungszahlen für 2009 und 2017. Demzufolge ergab sich im Zeitraum von 2016 auf 2017 ein Rückgang von ca. 330 000 Produzierten Dieselfahrzeugen.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/469049/umfrage/produktion-von-diesel-pkw-in-deutschland/ ; 15.11.2018

Im bisherigen Jahresverlauf wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) nahezu 2,93 Millionen neue Pkw zugelassen, das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Schaut man auf jüngste Entwicklungen, gingen die Neuzulassung dieselbetriebener Pkw um 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Der Anteil der Zulassungen von Diesel-Pkw im Oktober 2018 lag bei 31,8 Prozent.

 

Diesel in Bezug auf den gesamten Mineralölverbrauch für Deutschland

Im Verbrauch von Mineralöl im Jahr 2016 steht Deutschland im weltweiten Vergleich (mit ca. 110 Millionen Tonnen) an der 9. Stelle hinter Südkorea und vor Mexiko. Knapp ein Drittel des gesamten Mineralölverbrauchs in Deutschland (2016) ergab sich dabei durch den Gebrauch von Dieselkraftstoff mit 37,9 Millionen Tonnen. Diesel macht somit den höchsten Anteil des Mineralölverbrauchs in Deutschland aus. Diesel hat eine leicht höhere Zunahme von 0,8 Millionen Tonnen im Vergleich zu einem Anstieg von 0,4 Millionen Tonnen Benzin im Zeitraum 2016 bis 2017. Letztlich ergeben sich sowohl für Benzin als auch für Diesel leichte Anstiege im Jahr 2016 zu 2017. Wie die zukünftige Entwicklung auch in Bezug auf die Fahrzeugabnahme bei produzierten Dieselfahrzeugen bei gleichzeitiger allgemeiner Fahrzeugbestandszunahme aussehen wird, bleibt abzuwarten.

 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36559/umfrage/verbrauch-von-mineraloel-in-deutschland-seit-2008/

 

Diesel vs. Benziner – ein Vergleich

  • Perspektive privater Käufer: Beim Verbrauch liegen Dieselmotoren grundsätzlich im Vorteil. Laut dem TÜV Süd Auto Service verbrauchen aufgrund des erhöhten Wirkungsgrades Dieselmotoren im Vergleich zu Benzinern 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff. Dies macht sich vor allem auf langen Strecken bemerkbar, wonach der Dieselmotor für Vielfahrer noch immer attraktiv bleibt. Weiterhin profitieren Fahrer eines Dieselwagens von den geringeren Kosten für den Kraftstoff. Hierzu gibt es jedoch bereits Forderungen nach einer Angleichung zwischen Benzin und Diesel bezüglich der steuerlichen Kosten. Weiterhin haben Dieselmotoren einen geringeren Kohlenstoffdioxidausstoß, dabei aber gleichzeitigen höheren Stickoxidausstoß. Durch die oft leistungsstärkeren und größeren Dieselfahrzeuge relativiert sich die zunächst geringere Kohlenstoffdioxid-Bilanz jedoch wieder. Auch die potenziellen und die bisherig verordneten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge werden die Kaufentscheidungen beeinflussen.
  • Perspektive für den gewerblichen Verkehr (Handwerker, Lieferdienste, kommunle Fahrzeuge etc.): Um die Stickoxid-Belastung in den Städten zu reduzieren und Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge so weit wie möglich zu verhindern, will die Bundesregierung die Hardware-Nachrüstung von Handwerker- und Lieferwagen zu 80 Prozent finanzieren. Dies gilt auch für schwere kommunale Fahrzeuge. Ab Anfang 2019 sollen Fahrzeughalter in 65 Städten profitieren, in denen der Stickstoffdioxid-Wert im Jahresmittel 2017 über den Grenzwert lag. Von der geplanten Förderung der Hardware-Nachrüstung könnten laut Schätzung der Bundesregierung etwa 945.000 Diesel-Fahrzeuge von Handwerkern und Lieferdiensten profitieren.  Auch wenn die Förderung jeden betroffenen Handwerker und Lieferdienst erreicht, bleiben Kosten von 20 %.  
  • Gesundheit und Umweltbelastung: Aufgrund des geringeren Verbrauches gelten Dieselfahrzeuge als CO2-arm und klimafreundlich. Dieselmotoren verbrauchen weniger Kraftstoff und stoßen dementsprechend weniger Kohlenstoffdioxid aus als Benzinfahrzeuge. Diese positive CO2-Bilanz schwindet jedoch oft wieder mit der höheren Leistung von Dieselmotoren und dem Trend zu schweren Autos. Laut der Deutschen Umwelthilfe, entsteht auch in der aufwendigeren Herstellung von Dieselfahrzeugen ein CO2-Nachteil.

Hinzu kommt, dass der Stickoxidausstoß im Dieselmotor wesentlich höher ist und entsprechende Aufrüstungen nötig sind, um die Grenzwerte in den Städten einhalten zu können. Der erhöhte Stickoxidausstoß beinhaltet Gesundheitsrisiken.

 

Der Diesel und die Zukunft

Aus aktuellen Medienberichten am 15.11.2018 ging hervor, dass nun auch nach Köln und Bonn, die Verwaltungsgerichte für Essen und Gelsenkirchen Diesel-Fahrverbote angeordnet haben. Der Flickenteppich bzw. die Fahrverbotszonen nehmen 2018 demnach weiterhin zu.

Einige Prognosen erwarten, dass der Diesel weiterhin eine wichtige Rolle im künftigen Kraftstoffmix spielen wird. Dabei könnte dieser zunächst als eine Art Übergangstechnologie fungieren. Vor allem im Pkw-Bereich wird erwartet (dies ist der größte Anteil aller gemeldeten Kraftfahrzeuge in Deutschland), dass der Anteil der Diesel-Pkw zurückgeht, doch im Straßengüterverkehr – der in den kommenden zwei Jahrzehnten um ein Viertel wachsen soll – Diesel weiterhin die wichtigste Antriebstechnologie bleiben soll. Im vergangenen Jahr hat nun die Bundesregierung ein "Sofortprogramm für saubere Luft" beschlossen. Dieses setzt bei effektiveren und sauberen Methoden und der Elektrifizierung im Nahverkehr an. Das Umweltbundesamt hat derweil ein Zukunftskonzept entwickelt, in der ein ausgebauter öffentlicher Nahverkehr mit ausgebauten Fuß- und Radverkehr sowie elektrisch angetriebenen Car-Sharing-Verkehr die „Die Stadt für Morgen“ beschreibt. Auch andere Konzepte beziehen sich auf (Groß-)Städte. Beispielsweise plant Mailand eine Geldprämie für alle Einwohner, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren einzuführen. In Tallinn (Estland) ist der öffentliche Nahverkehr bereits gratis, was zu einer Reduzierung des Autoverkehrs geführt hat. Dies sind einige wenige Beispiele, die in Städten angedacht oder bereits entstanden sind.

Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und ist sicher nicht einzuschränken. Auch alte Gewohnheiten wie die tägliche Pkw-Nutzung sind für viele Menschen oftmals schwierig umzustellen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass das Gesundheits- und Umweltbewusstsein und damit die Forderung nach emissionsarmen und ressourcenschonenden Konzepten, weiter zunehmen. Welche Konzepte das sein werden, ob und wie lang die jeweiligen Konzepte überdauern und wieviel Innovationskraft in jedem einzelnen steckt, bleibt – nicht zu Letzt für den Diesel – zu diskutieren.

 

Weiterführende Links und Informationen

STIRNER, M. (2001). Pro und Kontra Diesel. Welche oekologischen, technischen und wirtschaftlichen Argumente fuer und welche gegen den Selbstzuender sprechen-alles nur eine Preisfrage?. AUTO TOURING, (3).

Hofmann, J. (2017). Wie die deutsche Automobilindustrie eine gute Zukunft hat. Ifo Schnelldienst, 70(18), 16-20.

https://www.kfzgewerbe.de/presse/pressemeldungen/abwaertstrend-bei-neuzulassungen-haelt-an.html letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/service-hotline-sauber-fahren.html letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/wer-kauft-noch-dieselautos-vorteil-nachteile-100.html letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/stickstoffoxide letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/die-stadt-fuer-morgen-umweltschonend-mobil-laermarm letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.tagesschau.de/inland/diesel-nachruestung-113.html letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_05/-/555500 letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.3sat.de/mediathek/?red=scobel letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/DG/flyer-sofortprogramm-saubere-luft.html letzter Zugriff, 16.11.2018

https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-stellt-bei-abgasuntersuchungen-von-diesel-pkw-auf-der-strasse-bis-zu-ueber-9-fach/ letzter Zugriff, 16.11.2018

Der Ausstieg aus der Braunkohle zerstört die traditionelle Wirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze

Warum das Thema Braunkohle?

Schon seit Jahrzehnten drehen sich Gespräche in Politik und Gesellschaft um das Thema Energie – ob Solar-, Wasser- oder Kern-. Das Thema Braunkohle kam erst im Sommer 2018 wieder zur Sprache, ausgelöst durch die Proteste im Hambacher Forst, bei denen hunderttausende Menschen gegen die Abholzung des Waldes demonstrierten. Braunkohle ist eine der wichtigsten Energieressourcen Deutschlands – der Trend geht dennoch in Richtung erneuerbarer Energien. Es stellt sich nun die Frage: Wie wichtig ist Braunkohle für die deutsche Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Politik, wie schädlich für die Umwelt und was bedeutet dieser Energieträger für die nachfolgenden Generationen?

 

Braunkohle und die Gesellschaft

Die Zahl der Beschäftigten in der Braunkohle-Industrie ist seit den 90er Jahren erheblich gesunken. Wo 1990 noch knappe 130 000 Menschen beschäftigt waren, waren es im Jahr 2017 nur noch 20.891. Im Kontrast dazu sind bereits heute mehr als 380.000 Menschen im Zusammenhang mit Erneuerbaren Energien beschäftigt. Dass durch einen baldigen Ausstieg aus der Braunkohle trotzdem viele Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, steht jedoch außer Frage. Dies ist besonders für solche Regionen problematisch, in denen wenig alternative Arbeitsplätze neben der Braunkohle für die Betroffenen zur Verfügung stehen. Dies ist gerade in der Lausitz der Fall.  Gerade für ältere oder weniger hochqualifizierte Beschäftigte fällt zudem der Wechsel in andere Arbeitsbereiche schwer. Zudem stärkt die Kaufkraft der Beschäftigten in der Braunkohle indirekt auch die anderen Arbeitsplätze in der Region.

Es geht also darum, deren Verlust sozialverträglich zu gestalten. Ein langsamer Wandel für einen sanften Übergang aus der Braunkohlewirtschaft in andere Branchen wäre hierfür das beste Zukunftsszenario. Wobei „langsam“ inzwischen nur noch relativ ist: Die Bedro­hung durch den Klimawandel, der Pariser Klimavertrag und die bundesdeutschen Klimaziele drängen auf einen raschen Ausstieg. Und je später das passiert, desto ab­rupter und damit sozial unverträglicher wird er werden. 

 

Am 6. Juni 2018 wurde die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung von der deutschen Bundesregierung eingesetzt, Vorsitzender ist der ehemalige sächsische Ministerpräsident Tillich. Diese "Kohlekommission" hat zur Aufgabe, den Strukturwandel in den deutschen Braunkohleregionen in Ost und West zu gestalten und zu planen, wie dieser bezahlt werden kann.

 

Braunkohle und die Umwelt

Es gibt wohl kaum einen Eingriff in Natur und Umwelt in der deutschen Wirtschaft, der so nachhaltig und gravierend ist wie der Abbau und die Nutzung von Braunkohle. Um die Kohle fördern zu können, werden ganze Landstriche abgebaggert, das Grundwasser für Jahrhunderte verschmutzt, Menschen umgesiedelt. Bei der Umwandlung der Braunkohle in Energie werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt und die Gewässer über das Kühlwasser aufgeheizt. Was nach Tagebauende bleibt, sind gigantische Restlöcher, die mühsam renaturiert werden müssen und anstelle fruchtbarer Böden entstehen Kultursubstrate, deren landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten dauerhaft eingeschränkt sind. Uralte Waldgebiete wie der Hambacher Forst verschwinden für immer.

 

Die wirtschaftliche Bedeutung

Die Rolle Deutschlands in der globalen Energiepolitik ist eine einflussreiche: Ein deutscher Kohleausstieg könnte die Entwicklung in Europa vorantreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien in den Nachbarländern anreizen

 

Deutschland gehört zu den Ländern mit den weltweit größten Braunkohlereserven und insbesondere für Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Sachsen ist der fossile Brennstoff für die Wirtschaft essentiell: Der Freistaat Sachsen setzt bis heute für seine Stromversorgung in erster Linie auf die Braunkohle. Während 2017 bundesweit die Braunkohle einen Anteil von 24,4 % am Strom-Mix hatte, waren es in Sachsen über 75%. Die erneuerbaren Energien tragen inzwischen mit 38,5% zum bundesdeutschen Strom-Mix bei – in Sachsen nur zu 11,8%. Mit der Braunkohle ist eine subventionsfreie und grundlastfähige Stromerzeugung möglich, während andere Energieträger auf kostspielige Subventionen angewiesen sind und die Verfügbarkeit der erneuerbaren Energien je nach Wetterlage schwankt. Daher stellt sich bei einem raschen Ausstieg aus der Braunkohle immer auch die Frage, inwieweit dann noch die Energiesicherheit gewährleistet werden kann.

Der Abbau von Braunkohle hat hier in Sachsen in den vergangenen Jahren wieder deutlich zugenommen. 2015 wurden in Sachsen fast 40 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut – acht Millionen Tonnen mehr als vor zehn Jahren und in etwa so viel wie Mitte der 1990er Jahre.  Damit schaufeln die Bagger in den Gruben bei Nochten, Reichwalde und Schleenhain jedes Jahr mehr, als im Tagebau Cospuden bei Leipzig während der gesamten Betriebszeit von 1981 bis 1991 ausgegraben wurde. Sachsen leistet durch seine heimische Braunkohle also einen wichtigen Beitrag dafür, dass Deutschland von Verwerfungen auf dem Weltmarkt im Bereich der Energierohstoffe, insbesondere bei Erdöl und Erdgas, weniger getroffen wird.

Die Kohle verstromenden Kraftwerke wurden in den letzten 15 Jahren unter hohen Kosten umfassend erneuert und brauchen weniger Kohle pro Kilowattstunde Strom. Dies reduziert den entstehenden CO2- Ausstoß.  Mit einem raschen Ausstieg aus der Kohle wären diese Milliardeninvestitionen umsonst gewesen. Gleichzeitig würde Deutschland seine Rolle als innovativer und technologisch hochwertiger Industriestandort für Braunkohlekraftwerke verlieren. Gerade für Sachsen sind solche modernen Industrien sehr wichtig.

Allerdings ist auch Sachsen als Bundesland in bundesdeutsche Abkommen eingebunden, also verpflichtet, den Treibhausgasausstoß bis 2050 im selben Maße wie alle anderen Bundesländer zu verringern. Außerdem hat sich die Bundesregierung mit ihrem Energieprogramm darauf festgelegt, den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch bis 2050 auf 80 % zu steigern. Es geht also darum, einen Weg zu finden, ohne der Wirtschaft, den Arbeitenden oder der Umwelt nachhaltig zu schaden.

 

Weiterführende Links

 

Aßmann, D., 2003. Akteure, Strukturen und Technologien für ein zukunftsfähiges

Energiesystem. Gestaltungsoptionen im nationalen und globalen Kontext. Frankfurt a.M.: Peter Lang.

Agora Energiewende, 2013a. Eine robustes Stromnetz für die Zukunft. Methodenvorschlag zur Planung - Kurzfassung einer Studie von BET Aachen. Berlin: Agora Energiewende.

 

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/gesetzeskarte.html

 

https://www.kommission-wsb.de/WSB/Navigation/DE/Home/home.html

 

https://www.bund-sachsen.de/fileadmin/sachsen/PDFs/Fact_Sheet/171129_Faktenblatt_Abhangigkeit_WEB.pdf

 

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie

 

https://infoseiten.slpb.de/politik/sachsen/sachsen-allgemein/wirtschaftsstruktur/rohstoffland-sachsen/

 

https://www.mdr.de/sachsen/kommission-kohle-braunkohle-ausstieg-100.html

Nur radikaler Verzicht verhindert die Klimakatastrophe

Weltklimakonferenz in Paris – die Zähmung des Klimawandels

Am 12. Dezember 2015 verabschiedeten 196 Staaten auf der UN-Weltklimakonferenz in Paris ein Abkommen, welches bis heute als zentrale Zielvereinbarung zur Bekämpfung des Klimawandels gelten kann. Während Syrien und Nicaragua dem Abkommen nach Abschluss noch beigetreten sind, stellt die USA mit dem Austritt durch Präsident Trump den einzigen Staat weltweit dar, welcher sich nicht auf die Ziele der Weltklimakonferenz festgelegt hat. Nach diesen Zielen soll die maximale durch den Menschen verursachte Erderwärmung bei „deutlich“ unter 2 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (gemeint ist das Jahr 1750) liegen. Aber auch die Messzahl von 1,5 °C taucht im Abkommen auf: Sie soll „möglichst“ eingehalten werden. Die Aufgabe der Staaten besteht nun darin, ihre CO2-Emissionen vor Ort so zu senken, dass diese Marke global nicht überschritten wird.

Vollständiger Text des Übereinkommens von Paris in deutscher Sprache.

Sonderbericht des IPCC – die Zeit drängt

Am 08. Oktober 2018 stellte der Weltklimarat (IPCC) den „Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5)“ vor. Beim IPCC („Intergovernmental Panel on Climate Change“) handelt es sich um ein zwischenstaatliches Gremium, welches vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen gebildet wurde. 195 Staaten sind dem IPCC offiziell beigetreten, über hundert Organisation beobachten die Arbeit des IPCC. Es handelt sich dabei also um ein Gremium, an dem weltweit mehrere Tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt sind und welches mit dem Auftrag betraut ist, den Klimawandel und in diesem Zusammenhang die Rolle des Menschen zu untersuchen, zu dokumentieren und Prognosen aufzustellen.

Im „Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung“ stellt der IPCC Prognosen auf Basis zahlreicher Simulationen vor, wie es um die Einhaltung dieser Ziele steht und welche unterschiedlichen Auswirkungen die Erwärmung um 1,5 °C oder 2 °C vor Ort hätten. Demnach beträgt die menschengemachte Erderwärmung im Vergleich zum Jahr 1750 derzeit etwa 1 °C, der Wert von 1,5 °C wäre je nach Simulation zwischen 2030 und 2052 erreicht, wenn die Emissionen im derzeitigen Maßstab fortgesetzt würden. Sollte es der Menschheit gelingen, das Ziel von 1,5 °C einzuhalten, wären die Risiken sehr viel besser einzuschätzen: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit würden die Meeresspiegel deutlich weniger ansteigen, Extremwetterphänomene wie starke Regenfälle oder anhaltende Dürreperioden wären seltener und weniger stark ausgeprägt, die Artenvielfalt wäre in sehr viel geringerem Maße bedroht.

Zusammenfassung des IPCC des Sonderberichts 1,5 °C in deutscher Sprache.

Kompletter Bericht in englischer Sprache (offizielle Übersetzung liegt erst im Dezember vor).

Kipppunkte der Erde

Viele Klimaforscher halten das 2-Grad-Ziel aber auch deshalb für zu wenig ehrgeizig, weil bei einer solchen Erwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit sogenannte „Kipppunkte“ erreicht werden, welche eine Kette von sich gegenseitig beschleunigenden und nicht mehr rückgängig zu machenden Mechanismen freisetzen. So würden bei etwa 2 °C Erwärmung im Vergleich zum Jahr 1750 fast alle Gletscher sowie arktische Eisflächen komplett abgeschmolzen sein. Dadurch wird weniger Sonneneinstrahlung reflektiert, der Erdboden erwärmt sich weltweit deutlich schneller als zuvor. Dort finden sich jedoch große Mengen an Methangas, welches z.B. durch natürliche Verwesungsprozesse entsteht: Sowohl im Meeresboden als auch in den normalerweise durchgängig gefrorenen Permafrostböden bildete sich über Jahrtausende ein großer Speicher, welcher im Tauprozess freigesetzt würde. Dieses Gas übertrifft die Klimaschädlichkeit von CO2 um das 21-fache. Darüber hinaus werden die verschiedenen Zirkulationsbewegungen innerhalb der Ozeane stark von der globalen Temperatur sowie der durch die schmelzenden Eismassen steigenden Süßwassermenge beeinflusst. Werden diese in ihrem Ablauf gestört oder kommen gar ganz zum Erliegen, hätte auch das eine weitere Erwärmung der Weltmeere zur Folge. Die beschriebenen Effekte bedrohen weltweit Waldbestände, welche durch veränderte Temperaturen, langanhaltende Dürreperioden sowie Abholzung bereits heute zurückgehen. Diese Bestände, insbesondere der Amazonas-Regenwald in Südamerika, sind jedoch maßgeblich dafür verantwortlich, dass klimarelevante Gase aus der Atmosphäre entfernt werden können und sorgen somit für eine negative Klimabilanz: Der natürliche Stoffwechsel von Pflanzen ist die mit Abstand wichtigste der derzeit wenigen technisch bekannten Möglichkeiten, den Ausstoß von Klimagasen rückgängig zu machen.

Ausführliche Erläuterung zum Thema Kipppunkte des Umweltbundesamtes.

Frei Verfügbarer Artikel zu Kipppunkten in der Fachzeitschrift „Regional Environmental Change“ (Englisch).

Wie viel geht noch?

Die Frage, wie das Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann, lässt sich vereinfacht so ausdrücken: Jede Tonne an klimaschädlichen Gasen, die in die Atmosphäre dringt, erhöht die durchschnittliche Temperatur um einen gewissen Betrag. Bis zum Erreichen von 2 °C Erwärmung bleibt also eine bestimmte Menge an klimarelevanten Gasen, die noch ausgestoßen werden kann. Je länger also auf dem jetzigen Niveau verbraucht wird, desto radikaler müsste der Umstieg zum Zeitpunkt der Umstellung sein. Je früher die Staaten hingegen beginnen, CO2-Emissionen zu reduzieren, desto großzügiger lässt sich die Verminderung gestalten. Das Ziel, welches technologisch auch möglich wäre, ist in diesen Verbrauchsszenarien der Zustand der „Null-Emission“. Das bedeutet nicht, dass keine klimarelevanten Gase mehr in die Atmosphäre dringen – das lässt sich nicht komplett verhindern. Vielmehr wäre Nullemission der Zustand, in dem die natürlichen Regenerationskräfte der Erde mit den vom Menschen verursachten Emissionen mithalten können.

Ausführliche Erklärung des verbleibenden CO2-Budgets durch den Klimaforscher Stefan Rahmstorf.

„CO2-Uhr“ des Mercator Research Institute for Global Commons and  Climate Change in Berlin.

Augen zu – Deiche hoch?

Seit wenigen Jahren stagniert die weltweite CO2-Emission zwar, für das Jahr 2018 prognostiziert die Internationale Energiebehörde IEA jedoch wieder einen leichten Anstieg. Eine Trendwende, geschweige denn eine substanzielle Verringerung des weltweiten Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen, ist also derzeit nicht in Sicht. Stattdessen rückt vermehrt das Thema der Anpassung an den Klimawandel in den Fokus. Maßnahmen umfassen hier, unter vielen anderen, Deichbau zur Kompensierung des höheren Meeresspiegels, Impfung gegen neuartige Stechmücken oder landwirtschaftliche Innovationen zur Sicherung der Ernte bei langanhaltenden Hitzeperioden. Jedoch sind gerade die Länder, welche weltweit weniger CO2 ausstoßen, oft weniger in der Lage, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, da ihnen technische und finanzielle Möglichkeiten fehlen. Gerade auf der südlichen Erdhalbkugel werden so mittelfristig ganze Regionen überspült oder aufgrund von Wüstenbildung für Menschen unbewohnbar werden. Die Folge ist jetzt bereits prognostizierbar: Die weltweite Migration in den globalen Norden wird ansteigen.

Mehr zum Thema Klimawandel und Migration bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

„Klimawandel in Sachsen – wir passen uns an!“ Strategie des Freistaates Sachsen.

Ausführlicher Bericht zur Anpassung an den Klimawandel aus städtebaulicher und raumplanerischer Sicht, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Überblick des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zum Thema der Anpassung an den Klimawandel.

Liegt die Verantwortung beim Staat oder bei jedem Einzelnen?

Politisch umstritten ist die Frage, inwieweit der Staat zur Bekämpfung des Klimawandels in das Privatleben und Konsumverhalten der Menschen eingreifen soll und darf. Aus Sicht einer marktliberalen Politik lässt sich im CO2-Ausstoß einer Volkswirtschaft auch die Bereitschaft der Bevölkerung ablesen, ihre Lebensbedingungen einzuschränken. So existiert ein „grüner“ Markt für Produkte, deren Fertigung wie Vertrieb klimafreundlichen Standards entspricht und den Menschen steht es frei, solche Produkte zu erwerben. Befürworter einer starken staatlichen Regulierung argumentieren dagegen jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen und der Staat vermehrt mit Grenzwerten, Verboten oder Steuern in Industrie und Verbrauchermarkt eingreifen sollte.

Mehr zum Thema Verantwortlichkeit von Staat und Markt in Bezug auf den Klimawandel.

Weiterführende Literatur:

Brasseur, Guy; Jacob, Daniela et al.: Klimawandel in Deutschland: Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven. Berlin, 2017.

Ionesco, Dina; Mokhnacheva, Daria et al.: Atlas der Umweltmigration. München, 2017.

Lesch, Harald: Wenn nicht jetzt, wann dann? Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen. München, 2018.

Sommer, Jörg; Müller, Michael: Unter 2 Grad? Was der Weltklimavertrag wirklich bringt. Stuttgart, 2016.

Sturm, Bodo; Vogt, Carla: Umweltökonomik. Eine anwendungsorientierte Einführung. Berlin, 2018.