Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden.

Toleranz
Toleranz kommt vom lateinischen Wort tolerare, was erdulden und ertragen bedeutet. Jemand, der tolerant ist, duldet und achtet andere Personen oder Gruppen auf der Grundlage eigener Wertvorstellungen. Ein toleranter Mensch lässt andere gelten und gewähren, obwohl er mit deren Denken oder Handeln selbst nicht einverstanden ist.
Toleranz ist damit zu unterscheiden von Akzeptanz, die deutlich weiter geht: Akzeptanz umfasst auch eine Zustimmung zu anderen Ansichten und Verhaltensweisen.

Zu unterscheiden ist zwischen unbedingter (grenzenloser) Toleranz und bedingter (begrenzter) Toleranz:

  1. Unbedingte (grenzenlose) Toleranz als absolutes Prinzip bezeichnet die Duldung und Achtung Andersdenkender und –handelnder auch einschließlich des Falles, dass die Toleranz von den Tolerierten nicht erwidert wird. Einen häufigen Unterfall bildet hierbei die erzwungene unbedingte Toleranz in asymmetrischen Machtgefällelagen, z.B. im Verhältnis eines Untergebenen gegenüber einem Diktator. Hier ist aber ggf. zwischen nur vorgespiegelter Toleranz (aus Furcht vor Repressalien) bei in Wahrheit zugleich stiller Intoleranz zu unterscheiden.
     
  2. Bedingte (begrenzte) Toleranz ist in der Praxis eher der Regelfall und kommt in zwei häufigen Ausprägungen vor: Erstens als „Toleranz auf Gegenseitigkeit“, wobei als Bedingung der Toleranzgewährung von dem Tolerierten verlangt wird, dass er im Gegenzug ebenso tolerant gegenüber einem selbst ist. Zweitens kann Toleranz situativ oder zeitlich begrenzt sein, indem ein bestimmtes Verhalten nur in bestimmten Umgebungen / Umständen oder nur für einen begrenzten Zeitraum toleriert wird. (Beispiel: Toleranz öffentlicher Nacktheit nur am FKK-Strand oder in der Sauna).
     

Toleranz gegenüber anderen Kulturen

Ausgehend von der These „Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden“, geht es im Folgenden um das Thema Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Dieser Aspekt des Toleranzgedankens ist  durch die Flüchtlingsproblematik insbesondere im letzten Jahr immer stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Mit der Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland stellt sich den Deutschen auch immer wieder die Frage: Was macht die deutsche Kultur aus? Was ist typisch deutsch? Was wollen und müssen wir bewahren und wie viele Einflüsse aus anderen Kulturen wollen oder müssen wir tolerieren?

Sachsen sind in Sorge um die deutsche Kultur (Ergebnisse des Sachsen-Monitors)

Der Zustrom von Menschen aus anderen Kulturkreisen macht viele Sachsen besorgt: In der aktuellen Erhebung des Sachsen-Monitors 2016 geben 51% der Befragten an, dass sie sich eher große oder große Sorgen machen, dass die deutsche Kultur und Eigenart verloren gehe, 48% gar nicht oder nur zu einem geringen Grad.

In derselben Erhebung nannten 19% der Teilnehmer „Asylpolitik/zu viele Ausländer/Überfremdung“ als das gegenwärtig wichtigste Problem in Sachsen. Am zweithäufigsten wurde mit 14% der das Thema Arbeitslosigkeit/Wirtschaftsförderung genannt. 58% der befragten Sachsen stimmten der Aussage „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ zu. Die Aussage „eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen“ bejahten 18%.

Diese Aussagen lassen erahnen, dass viele Sachsen der Überzeugung sind, einem geschlossenen kulturellen Raum anzugehören, teilweise gar, dass diese vermeintlich deutsche Kultur von Natur aus höherwertig ist als andere Kulturräume.

Über die Ursachen der Skepsis der Ostdeutschen gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen (siehe Zahlen zur Fremdenfeindlichkeit in Ost und West) gibt es die unterschiedlichsten Vermutungen: Manche vermuten, dass der fehlende Kontakt zu Ausländern in der verhältnismäßig abgeschotteten DDR zu einer Skepsis gegenüber Fremden geführt hat. Andere sehen Orientierungsverlust aufgrund der raschen Modernisierungs- und Globalisierungstendenzen in der heutigen Gesellschaft als Ursache für die Ablehnung von Fremden. Eine europaweite Studie der Bertelsmannstiftung hat herausgefunden, dass es vor allem die Angst vor der Globalisierung ist, die die Menschen dazu veranlasst, den fremdenfeindlichen Parolen von Populisten Glauben zu schenken und intolerant gegenüber anderen Kulturen zu sein. Die Studie fand auch heraus, dass die Migration den globalisierungskritischen Menschen besonders Angst macht. Vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und Einkommen und diejenigen, die wenig Kontakt mit Ausländern haben, fürchten die Globalisierung.

Was gehört zur deutschen (Leit)Kultur?

Deutschland versteht sich als eine Kulturnation, deren Identität sich nicht auf ethnische Faktoren sondern auf eine gemeinsame Kultur und einen gemeinsamen Wertekonsens bezieht. Für diesen Wertekonsens hat sich in den politischen Debatten um das Jahr 2000 der Begriff Leitkultur herausgebildet. Darüber, was genau unter diesem Begriff zu verstehen ist, gehen die Meinungen weit auseinander.

2016 haben Politiker der sächsischen CDU und der CSU den Versuch unternommen, zu definieren, was aus ihrer Sicht zur deutschen Leitkultur gehört. Wichtigste Punkte waren dabei u.a.: Kenntnis der deutschen Sprache, Akzeptanz der Verfassungsordnung insbesondere der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der sexuellen Selbstbestimmung und dem Respekt vor dem Eigentum anderer, ein abendländisches Wertefundament auf der Basis jüdisch-christlicher Traditionen.  

Da Toleranz ihrem Wesen nach auf Wertgebundenheit basiert, ist es von zentraler Bedeutung, dass sich sowohl der Einzelne als auch die Gesellschaft als Ganzes darüber im Klaren wird, was die Werte sein sollen, die von allen akzeptiert werden und auf deren Grundlage sich die Integration von Zuwanderern aus anderen Kulturen durchführen lässt. Vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wurde der Begriff der Leitkultur jedoch überwiegend von politisch eher rechts stehenden Gruppierungen als Abgrenzung zum so genannten Multikulturalismus missbraucht und damit diskreditiert.

Entscheidend für das friedliche Zusammenleben von gebürtigen Deutschen und Zugewanderten wird die Frage sein, wie die Gesellschaft mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen umzugehen lernt – die Sprache ist dabei nur ein (wenn auch zentraler) Aspekt der Kultur. Ohne eine Klärung der Frage, was die deutsche (Leit)Kultur ausmacht, auf welche Werte sich die hiesige Kultur stützt wird auch eine wirkliche Toleranz gegenüber anderen nicht möglich sein.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Aus dem Lagebericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration von Dezember 2016 geht hervor, dass der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, welche in der Familie kein deutsch sprechen, leicht sinkt. 54% der bis zu dreijährigen Kinder wachsen in einem Haushalt auf, in dem nicht vorwiegend deutsch gesprochen wird (2006 waren es 56%), im Alter zwischen 3-6 Jahren sind es rund 61% (2006: 63%). Etwa 40% aller Kinder mit Migrationshintergrund sprechen auch in der Familie, ganz nach dem Idealbild des CSU-Papiers, mit ihren Eltern und Geschwistern vorrangig die deutsche Sprache. 

 

52 Meinungen 35 Kommentare

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

Die Schulen die dies bereits umgesetzt haben zeigen, dass es keine nagativen Auswirkungen zu dieser Regelung gibt.

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26.01.2017

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. nicht zu

Gerade auf dem Schulhof, können Kinder voneinander lernen. Gerade in Sachsen als "Grenzland" lässt sich das NUR Deutsch sprechen schlecht umsetzen.

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25.01.2017

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. nicht zu

Unterrichtsstrategie ist natürlich Deutsch, aber außerhalb muss man Kindern die Sprache nicht vorschreiben, sondern nur auf das Sozialverhalten achten.

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25.01.2017

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

Wenn Kinder die deutsche Sprache nicht beherrschen, werden sie nie erfolgreich lernen und in unserer Gesellschaft ankommen können.

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24.01.2017

Martin15 stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

Ich finde, dass das ein sehr wichtiger Schritt in Sachen Integration ist, dass man sich in einer Sprache unterhält, in der andere Schüler sich mit einklinken können.

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23.01.2017 1 Kommentar

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

wir sind in deutschland

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22.01.2017 1 Kommentar

Johanna Rath stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

Sachsen gehört zu Deutschland und Deutsch ist die Muttersprache der Deutschen.

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20.01.2017

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. nicht zu

Der Schulhof ist der Platz, an dem die Pause verbracht wird. Dort ist meiner Meinung nach auch im übertragenden Sinne der Raum der Privatsphäre.

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20.01.2017

Ja zur Grossfamilie stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. nicht zu

Es kann keinen Zwang geben. Schüler aus anderen Ländern sprechen nun einmal eine andere Muttersprache und die bekommt man nicht einfach abgeschalten.

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20.01.2017 2 Kommentare

Gast stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. zu

Um Kinder besser in der Gesellschaft zu integrieren. Das funktioniert am besten mittels Sprache und Verständigung.

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19.01.2017

Gast positioniert sich zur These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. neutral

Als formale Pflicht bringt dies nichts Konstruktives. Es sollte aber gefordert und gefördert werden.

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19.01.2017

Chr-R stimmt der These Auf sächsischen Schulhöfen muss deutsch gesprochen werden. nicht zu

In der Schulstunde ist es klar, aber warum denn in der Freizeit, z.B. auf dem SCHULHOF?

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19.01.2017 1 Kommentar

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