Gast stimmt der These In Sachsen wird Rechtsextremismus oft verharmlost. nicht zu

Es wird stattdessen alles zu Rechtsextremismus aufgebauscht. Jeder, der eine andere Meinung hat soll rechts sein! Auch in Sachsen.

03.09.2018 17 Kommentare

Kommentare

stimme nicht zu

Das ist nicht wahr. Und dieses Argument - sofern es überhaupt eins ist - ist eine Opferhaltung, die oft dann genannt wird, wenn man merkt, dass der eigene Beitrag nicht gerade gescheit war. Nein, rechtsextrem ist, wer die staatliche Grundordnung auch mit Einsatz der Gewalt umwerfen will und in völkischen Denkmustern unterwegs ist und dabei intensionale Eigenschaften wie Menschenverachtung, Fremdenfeindlichkeit an den Tag legt und der Gleichheit an Menschenwürde widerspricht. Ich bin immer dafür, dass man Phänomene zielgenau benennt. Doch wenn Menschen bei Hitlergrüßen, entsprechenden Sprüchen oder Handlungen weiter mitgehen oder gar Klatschen, dann mag man zwar noch keine Gewalt als probates Mittel sehen, aber rechtsextrem eingestellt, ist man dann dennoch.

stimme nicht zu

Sachsen ist viel weniger weltoffen als andere Bundesländer.

Woran messen Sie das?

neutral

Extremismus muss als solcher offen benannt werden - egal ob rechts oder links. Bewertet man geäußerte Meinungen anhand unserer Verfassung, so fallen viele "ich bin nicht rechts, aber..." durch. Z.B. sind Abschiebungen in Folterländer nicht mit unserer Verfassung vereinbar (Würde des Menschen).

Das ist ein Beispiel, wo auch ich im inneren Zwiespalt bin. Unbescholtene Leute in solche Länder abzuschieben geht aus meiner Sicht gar nicht. Doch was ist mit Vergewaltigern oder Mördern?

Hallo Martin15, Vergewaltigung und Morde müssen erst mal wie alle Straftaten juristisch aufgearbeitet werden. Damit hat der Asylbewerber natürlich sein Aufenthaltsrecht verwirkt. Ob aber damit eine Abschiebung auch rechtswirksam umgesetzt werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Ist so in einem funktionsfähigen Rechtssystem. Und ganz ehrlich, über wieviele Vergewaltigungen und Morde durch Asylbewerber reden wir tatsächlich? Die Anzahl deutscher Täter ist doch wesentlich höher. Das Problem, dass Einwanderer aufgrund ihrer Entwicklung vielleicht leichter zu Gewalt greifen, sehe ich natürlich. Das gibts aber auch bei Einheimischen, und nicht zu knapp.

stimme nicht zu

Jeder hat die Möglichkeit sich sachlich zu äußern und seine Meinung zu bekunden. Wenn man bei Leuten wie der AFd oder Pegida mitläuft, nimmt man billigend in Kauf mit Nazis in einer Reihe zu stehen. Wenn auf dem Neumarkt in Dresden gefordert wird, dass ein Rettungsboot mit Flüchtlingen untergehen soll, ist das keine Sachliche Kritik und Menschenverachtend. Prinzipiell muss aber auch Kritik erlaubt sein.

Kritik ist grundsätzlich erlaubt und auch geboten, nur so können vielfältige Ansichten entstehen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Die Grenze ist für mich dort erreicht, wo anderen grundlegende Dinge wie die Würde oder das Recht auf eine andere politische Meinung abgesprochen werden. Da ist es egal, welche politische Ansichten jemand hat. Auch Menschen die, rechtsextrem eingestellt sind, haben Grundrechte, und somit auch das Recht, diese Ansichten zu äußern. Freilich müssen jene dann aushalten, dass es Widerspruch geben könnte und gibt.

stimme nicht zu

Nein, es gibt in Sachsen natürlich auch Diskurse jenseits des Rechtsextremismusses. Aber wenn Menschen nur wegen ihrer Ethnizität benachteiligt, beileidigt und angegriffen werden ist es Rassismus. In Sachen gibt es rechtsextreme Netzwerke wie die Akteure hinter Pegida, die ein Forum aufgebaut haben. In dem Gewalt und Hass gegen ethnisch andere nicht nur geduldet sondern mindestens indirekt gefördert wird.

stimme nicht zu

Nicht jeder, der eine andere Meinung hat, ist rechts, sondern der der Rechts ist hat eine rechte Meinung.

stimme nicht zu

Es geht nicht darum, ob einer eine andere Meinung hat. Wenn die Meinung aber in Rufen wie "Absaufen", "Lügenpresse", "Ausländer raus", Zeigen des Hitlergrusses etc., eskortiert von Rechtsextremen und Hooligans ausgetragen wird, ist das keine Meinung mehr, sondern ein rechtextremer Angriff auf unsere Werte. Und die Leute, die das durch ihre Beteiligung mittragen, müssen mal erklären, wie sie sich von Rechtsextremen unterscheiden lassen. Wer hat denn 1933 wie gewählt? Und damit das System Weimar in eine Diktatur gehoben? Das waren nicht nur Partei-Mitglieder. Soviel hatten die zu dem Zeitpunkt gar nicht, da wären die vermutlich nur auf ca. 1..3% gekommen. Das Ende vom Lied war die Zerstörung Europas, ca. 60Mio Tote und die Teilung Deutschlands. Schon das verbietet jedem vernünftigen und demokratisch gesinnten Bürger, bei Demos (man sagt heute "Spaziergang" oder "Trauerzug") mitzulaufen, bei denen ähnliche Parolen wie in den 30'er Jahren skandiert werden. Damals war'n's die Juden, heute die Ausländer. Die Presse wurde gleichgeschalten, ein Ruf, der heute wieder laut wird. Wie sagte einer im Bundestag: "Wir holen Euch heim", es fehlen noch 2 Worte. Ich will aber nicht geholt werden, ich bin hier zu hause.

Doch wie viele Leute sind das, die das dulden? Kann man dann schon von "oft" sprechen?

Hallo Martin15, danke für die Frage. "Oft" ist für mich im Zusammenhang mit der Fragestellung, dass so was über viele Jahre, wenn auch auf's Jahr bezogen in geringer Anzahl, passiert. Und vor allem, wenn sich das von 1991 bis 2018 durchzieht. Ich fange bei Jorge Gomodai, Dresden 1991 an gehe jedes Jahr weiter und ende vorerst in Köthen 2018. Immer wieder wird versucht, die Ereignisse zu bagatellisieren etc.. Ich hab' jetzt nicht für jedes Jahr Beispiele parat, aber genügend bringe ich zusammen. Es ist die Kontinuität, die so erschreckend ist. Suche auf sz-online (Sächsische Zeitung) dürfte genügend Beispiele liefern.

stimme nicht zu

Inzwischen werden die Dinge aufgebauscht sowohl auf rechter als auch auf linker Seite. Jedoch herrschen in Sachsen deutlich ausgeprägtere rechte Strukturen und das sollte man auch weiterhin ansprechen.

stimme nicht zu

Es ist zwar richtig, dass man heutzutage als Kritiker der Asylpolitik schnell als rechtsradikal eingeordnet wird. Aber das Sachsen ein Problem mit rechter Gewalt hat ist nicht zu verleugnen. Vor allem nicht weil sich nun tatsächlich wütende und besorgte Bürger rechtsradikalen Personengruppen anschließen.

stimme zu

Genau so ist es, denn nur so lässt sich von der Scheindemokratie ablenken in dem man die Kritiker denunziert die Straftaten der Bundesregierung anprangert.

Bitte mal die Straftaten belegen. Und wer wen denunziert. Ihre Aussagen sind meiner Ansicht nicht belegbar!