Chromatic stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. zu

Sächsische Medien berichten zielgruppenorientiert. Mitunter bekommt man allerdings den Eindruck, dass den Nutzerinnen und Nutzern zu wenig zugemutet wird. Politische Zusammenhänge werden zu wenig hinterfragt und erläutert. Investigative Recherche findet bei öffentlichen und vor allem den privaten Medien, die ihre Ausgaben streng im Blick behalten müssen kaum noch statt. Wenn immer häufiger nur Pressemitteilungen oder dpa-Meldungen abgedruckt werden, verschwindet der lokale Mehrwert für die Leserin bzw. den Leser. Verbrauchermagazine, bei denen Einzelfällen nachgegangen wird, werden dagegen als investigativ verkauft.
Eine jahrelange politische CDU-Dominanz hat auch dazu geführt, dass vor allem die Lobmeldungen der Regierung prominent platziert werden. Sinnvolle Alternativen der Opposition werden dagegen nur in Nebensätzen abgehandelt. In diesem Sinne kann man der (doppeldeutigen) These zustimmen, wenn bereits "vorgeschriebene" Pressemitteilungen der (Regierungs-)Politik nur noch einen redaktionellen Mantel erhalten und abgedruckt werden. Einen Zwang oder das Ausnutzen von Einfluss politischer Parteien will ich dabei allerdings nicht erkennen.

13.04.2017