NoRi1988 stimmt der These Direkte Demokratie überfordert die Bürger. zu

Eine direkte Demokratie überfordert nicht nur die Bürger, sondern auch die Institutionen. Eine athenische Ekklesia hatte höchstens 5000 Bürger in einer Polis... Die heutigen Größenordnungen sind viel mehr mit einer Megapolis zu beschreiben, mit einer dramatischen Beschleunigung der Geschichte, Schnelllebigkeit und immer weiter fortschreitenden Anonymisierung. Das Individuum entfremdet sich von der Gemeinschaft, sehnt sich nach Teilhabe, Verwirklichung und Aktion, was es anfällig für Manipulationen werden lässt. Stichwort Massenmensch. Nach einer Demophilie (Liebe zum Volk) wird das Volk nahezu ideologisiert. Der Fetischismus eines Idealvolks geht allerdings einher mit einer Verachtung zum eigentlichen Volk. ist dann viel Gerede über Demokratie und das Volk, ohne sich wirklich darauf einzulassen. Eine Demolatrie statt Demokratie. In der Geschichte wurden schon viel zu oft schrankenlose Herrscher durch Wahlen in Machtpositionen verholfen.
Nichts spricht gegen mehr politische Bildung auf breiteren Kanälen und für einen wachsenden politischen Diskurs. Statt um direkte Demokratie, sollte es jedoch um die Aufklärung der Gefahren von Plebisziten gehen und um einen Diskurs wie politische Repräsentation gesteigert werden kann.

14.09.2017 3 Kommentare

Kommentare

stimme zu

Direkte Demokratie meint ja nicht unbedingt Plebiszite und ein athenisches Scherbengericht. Die Schweiz (zwar ein kleines Land, aber mit deutlich mehr als 5000 Bürgern!) macht es vor, wie sich direktdemokratische Verfahren mit einer Repräsentation verbinden lassen und das Ganze noch handhabbar bleibt.

stimme nicht zu

Ich gehe davon aus, dass sich das ganze nach ein bisschen Chaos selbst reguliert - natürlich muss die Gesellschaft ein paar Jahre durchhalten wollen

neutral

Gute Argumente, dennoch denke ich, dass Plebiszite den Bürger und die Debatte an sich anregen würden und insgesamt mehr Rückkopplung und Feedback innerhalb des politischen Prozesses nötig ist. Eine andere Frage ist, in welchem Ausmaß die Ergebnisse bindend sind.