Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll.

Sind sächsische Mieter*innen zu anspruchsvoll was Lage, Ausstattung, Anbindung und Größe ihrer Wohnungen und Haushalte betrifft?

Bevölkerung und Bevölkerungsdichte in Sachsen


In Sachsen lebten im Jahr 2017 rund 4,08 Millionen Menschen. Einzig im Jahr 2012 lag die Einwohnerzahl noch niedriger (4,05 Mio. Einwohner*innen). Seit 1990 kam es zu einem stetigen Rückgang der Bevölkerung von 5,174 Mio. Einwohner*innen auf eben jetzt 4,08 Mio. Einwohner*innen. Der demografische Wandel sowie Abwanderungen der vergangenen Jahre machen sich in Sachsen deutlich bemerkbar.

 

Zum 31. Dezember 2017 betrug die Bevölkerungsdichte in Sachsen 221 Einwohner*innen je km².
Damit liegt der Freistaat knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 232 Einwohner*innen je km². Am dichtesten besiedelt sind wenig überraschend die drei Stadtstaaten Berlin (4.055 EW/km²), Hamburg (2.424 EW/km²) und Bremen (1.624 EW/ km²). Die am wenigsten besiedelten Bundesländer sind Thüringen (133 EW/ km²), Sachsen-Anhalt (109 EW/km²), Brandenburg (84 EW/km²) und Mecklenburg-Vorpommern (69 EW/km²).

 

 

Im Jahr 2018 Lag der Anteil der Bevölkerung in Sachsen, welcher maximal 600 Meter von einer Bushaltestelle bzw. 1.200 Meter von einem Bahnhof mit mindestens 20 Abfahrten am Tag entfernt wohnte bei rund 91 Prozent.


Anders sieht dies beim Erreichen eines Krankenhauses in Notfällen aus. Während rund 60 Prozent der Menschen in Sachsen, die in städtischen Regionen leben, ein Krankenhaus binnen 10 Minuten mit dem PkW erreichen konnten, waren es in ländlichen Regionen etwa 51 Prozent. Allerdings ist festzustellen, dass jeder Sachse in bis zu 30 Minuten ein Krankenhaus mit allgemeinen Fachabteilungen erreichen kann und somit eine scheinbar hohe Abdeckung mit Krankenhäusern gegeben ist.

 

Durchschnittsalter der Sachsen
Im Jahr 2017 betrug der Anteil der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter an der Gesamtbevölkerung in Sachsen 25,9 Prozent. Sachsen liegt damit an zweiter Stelle nach Sachsen-Anhalt (26 %) und vor Thüringen (25,3 %) und Mecklenburg-Vorpommern (24,1 %).Am geringsten ist der Anteil der Personen ab 65 Jahren in Baden-Württemberg (20%), Berlin (19,2%) und Hamburg (18,4 %).

 


Im Jahr 2017 betrug der Anteil der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren an der Gesamtbevölkerung in Sachsen 61,0 Prozent. Gleichbedeutend kann man sagen, dass 61,0 Prozent der sächsischen Bevölkerung erwerbsfähig und für die Versorgung der nichterwerbsfähigen Bevölkerung zuständig sind. Sachsen liegt damit im Bundesvergleich an letzter Stelle hinter Sachsen-Anhalt (61,9 Prozent) und Thüringen (62,2 Prozent). An der Spitze liegen nach Hamburg bzw. Berlin (67,6 Prozent bzw. 66,9 Prozent) auch Bayern und Baden-Württemberg: hier sind es ca. 66 Prozent der 15-64-Jährigen, die für die Versorgung der nicht mehr erwerbsfähigen Bevölkerung aufkommen.

 

 

Durchschnittliche Mieten und Wohnflächen in Sachsen und Deutschland
Bei Betrachtung der durchschnittlichen Wohnfläche je Wohnung ist festzustellen, dass sächsische Wohnungen im bundesweiten Vergleich im Jahr 2017 mit 75,5 m² die zweitkleinsten sind (Berliner Wohnungen sind im Durchschnitt mit 73,2 m² noch kleiner). Zum Vergleich: die größten Wohnungen lassen sich in Rheinland-Pfalz (104,2 m²) und im Saarland (103,9 m²) finden. Das Mittelfeld gruppiert sich um den Bundesdurchschnitt von 91,8 m²: Schleswig-Holstein (93,5 m²), NRW (90,4 m²), Brandenburg (85,1 m²) und Thüringen (82 m²).

 


Im Jahr 2017 gab es in Sachsen ca. 1,214 Mio. Mehrpersonen- und 930.000 Einpersonenhaushalte, während es in Deutschland insgesamt rund 41,3 Millionen Privathaushalte gab. Davon waren rund 17,26 Mio. Einpersonen- und 24,04 Mio. Mehrpersonenhaushalte.

 

 

Laut Mietspiegelindex des Forschungsinstituts F+B sind die durchschnittlichen Vergleichsmieten in deutschen Großstädten bereits 2017 deutlich angestiegen. Deutschlandweit mussten Mieter*innen 6,72 € je m² zahlen. Dies ist ein Anstieg von 2,1 Prozentpunkten zum Vorjahr. Interessant ist, dass ostdeutsche Vergleichsmieten unter dem gesamtdeutschen Mittel liegen: Berlin Ost mit 6,40 €/ m²; Erfurt mit 6,30€/ m², Dresden mit 6,10 €/m² und Schwerin mit 5,81€ /m².

 


In Leipzig betrug im 1. Quartal des Jahres 2019 der Preis für eine Wohnung im Durchschnitt etwa 6,62 Euro pro Quadratmeter und Monat, in Dresden waren es im Durchschnitt etwa 7,16 Euro pro Quadratmeter und Monat. Hingegen zahlte man 2018 für eine neu errichtete Wohnung in Chemnitz im Durchschnitt etwa 6,89 Euro pro Quadratmeter und Monat an Miete, während hier bei Objekten, die älter als 3 Jahre sind, sog. Bestandsmieten von durchschnittlich 5,13 je m² gezahlt wurden.

 

 

Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist insgesamt gestiegen. Eine Befragung von April 2019 verdeutlicht, dass etwa 40 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro es als großes oder sehr großes Problem wahrnehmen, eine bezahlbare Wohnung oder ein bezahlbares Haus zu finden. Auch bei mittleren Haushaltsnettoeinkommen setzt sich diese Einschätzung fort. Hier sind es 35 Prozent der Befragten, die zwischen 1.500 und 3.000 EUR monatlich verdienen, die ein sehr großes bzw. großes Problem haben, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Bei den Befragten, die 3.000 EUR und mehr verdienen, sind es 34 Prozent.

 

Wohnungssuche - Auswahlkriterien
Mieter*innen in Deutschland haben deutliche Vorstellungen zu den eigenen vier Wänden. Für eine Mehrheit von 89 Prozent der Befragten sind ausreichend Fenster und helle Räume wichtigstes Merkmal. Genauso waren den Befragten Balkon/ Terrasse/ Garten (88 Prozent), Dusche (85Prozent) und Keller/ Dachboden (74 Prozent) wichtig.


Wünschen würden sich 57 Prozent eine bereits vorhandene Küche und Badewanne; und für 52 Prozent der Befragten ist eine kernsanierte Wohnung wichtig. Eher unwichtig waren die Merkmale Altbau (89 Prozent), Fußbodenheizung (80 Prozent), Aufzug (66 Prozent) und ein separates Gäste-WC (53 Prozent).


Nach einer weiteren Befragung der IMMOWELT im Jahr 2013 waren für Mieter*innen für die Auswahl der aktuellen Wohnung der Preis (71 Prozent), die Lage (56 Prozent), ein Balkon (43 Prozent) und die Höhe der Nebenkosten (41 Prozent) wichtige Merkmale. Weniger bedeutend waren u. a. die Etage (32 Prozent), Bad mit Fenster (28 Prozent), erlaubte Haustierhaltung (22 Prozent) und eine Einbauküche (16 Prozent).

Es bestehen ebenso deutliche Vorstellungen, ob Kleinstadt, Großstadt oder Dorf der ideale Ort für das eigene Zuhause sind. Dabei besteht nahezu ein Gleichgewicht zwischen Kleinstadt (40 Prozent) und Dorf (38 Prozent). Den Wunsch, in einer Großstadt zu leben zu wollen, äußerten 21 Prozent der Befragten.

 

 

Verhältnis von Mieter*innen und Vermieter*innen
Die Zufrieden mit den Vermieterleistungen war im Jahr 2012 durchschnittlich gut bis befriedigend: am besten schnitten private Einzelvermieter*innen und städtische bzw. kommunale Wohnungsunternehmen sowie Wohnungsgenossenschaften ab (jeweils 2,4). Befriedigende Ergebnisse erreichten Verwaltungsgesellschaften (2,8) und Verwaltungsgesellschaften (2,9).

Weitere Hinweise auf das Verhältnis geben Angaben zum bevorzugten Familienstand bei den Mieter*innen. Im Jahr 2013 wurden deutschlandweit Eigentümer*innen von Immobilien hierzu befragt. Demnach zählten bei weiblichen Eigentümerinnen Renter*innen zu den beliebtesten Mietern (76%; bei männlichen Eigentümern: 68%). Darauf folgten kinderlose Paare (62%; bei männlichen Eigentümern 64%), Paare mit Kindern (59%; bei männlichen Eigentümern: 45%).


Weniger beliebt waren alleinstehende Renter (38%; bei männlichen Eigentümern: 48%), Singles (32%; bei männlichen Eigentümern: 49%), Alleinerziehende (22%; bei männlichen Eigentümern: 16%) und Wohngemeinschaften (11%; bei männlichen Eigentümern: 9%).

 

 

Nach negativen Erfahrungen befragt, gaben Vermieter*innen nicht gezahlte Mieten (27%), verspätete Mietzahlungen (25%), Sachbeschädigungen (17%), fehlende Schönheitsreparaturen (14%), Vermüllung (10%), Streit im Mietshaus (8%) und fehlende Mülltrennung (7%) erlebt zu haben.

 

9 Meinungen 4 Kommentare

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Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

Zuhause, Wohnraum, ist eines der Zentren von unserem Leben. Hier erholen wir uns, regenerieren wir uns, knüpfen Beziehungen, gründen Familien. Jede/r hat ein Recht auf guten Wohnraum.

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24.06.2019

xauximan positioniert sich zur These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. neutral

Auf der einen Seite kann man nicht erwarten Mitten im Zentrum einer Stadt zu wohnen und wenig Miete zu zahlen. Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.

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22.06.2019

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

Also der Meinung bin ich nicht. Für mich zählt nicht viel ausser das ich einen Balkon und Wanne bevorzuge. Wenn der Rest einfach nur renoviert ist dann passt es doch......

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16.06.2019

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. zu

Heute meckert jeder wegen jeder Kleinigkeit.

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15.06.2019 1 Kommentar

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

Der Querschnitt der Bevölkerung ist nicht zu anspruchsvoll.

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14.06.2019

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

Wie bitte?

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11.06.2019

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. zu

Nicht generell. Aber im Großen und Ganzen hat man sich schon an Standards gewöhnt. Sind früher 2 Geschwisterkinder in einem Kinderzimmer groß geworden, muß heute jedes Kind ein eigenes Zimmer haben.

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07.06.2019 3 Kommentare

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

Bei jeder anderen Dienstleistung, die ja auch vorübergehend (genau wie Mietverhältnisse), haben EU und Staaten eine Möglichkeit geschaffen sich zu beschweren und sein Recht einzufordern.

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05.06.2019

Gast stimmt der These Mieterinnen und Mieter sind zu anspruchsvoll. nicht zu

da fehlt: NICHT

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05.06.2019