Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt.

Was versteht man unter Medien?

Der Begriff „Medien“ (lat. „medium“: Mittel) bezeichnet im weiteren Sinne Mittel, welche zum Erreichen eines Zweckes eingesetzt werden. Im engeren Sinne und alltäglich wird der Begriff meistens im Bereich der Kommunikation benutzt. Hier ist ein Medium das Mittel oder der Kanal, um eine Information von Sender zu Empfänger zu transportieren. Umgangssprachlich werden als „Medien“ meist Sendeanstalten des Fernsehens, Rundfunks oder Verlagshäuser der Presse verstanden.

Ob soziale Netzwerke und Informationsangebote des Web 2.0 - also durch (anonyme) Nutzer generierte Inhalte wie z.B. Blogs - unter dem Begriff „soziale Medien“ als Teil des Mediensystems angesehen werden können, ist umstritten. Zwar decken immer mehr Menschen ihren Informationsbedarf über soziale Netzwerke, allerdings dienen diese meistens zur Verbreitung von nach wie vor journalistisch erarbeiteten Inhalten. Gleichzeitig vermischen sich im Bereich des Web 2.0 private Eindrücke mit journalistischer Berichterstattung, eine professionelle Kontrolle findet in der Regel nicht statt.

 

„Die Kanzlerin ruft nie an.“
Interview mit Sandro Viroli, Chef des Mitteldeutschen Rundfunks in Sachsen.

 

Ein Vorurteil, das Viroli immer wieder zu hören bekommt: „Der MDR wird von der Politik gesteuert.“ Wie oft hat Sie die Bundeskanzlerin schon angerufen, um Ihnen Anweisungen zu geben?

Kein einziges Mal.

Und andere Politiker, nehmen die Einfluss auf das MDR-Programm?

Es gibt welche, die das gerne machen würden, aber die melden sich recht wenig bei mir. Und wenn doch: Dann halte ich das aus.

Also gibt es niemanden, der Einfluss auf die Berichterstattung nimmt?

Richtig. Es gibt aber fast immer jemanden, der versucht, dich in irgendeiner Form zu beeinflussen – und sei es, indem er behauptet: „Das stimmt gar nicht.“ Oder dir ehrliche Antworten verweigert.

Wie gehen Sie mit Themen um, über die Politiker oder Firmen eigentlich keine Berichterstattung wünschen?

Oft ist es ein Problem, dass du niemanden findest, der etwas sagt. Dann musst du nach anderen Quellen suchen. Es reicht nicht, nur etwas zu wissen oder von etwas gehört zu haben, um darüber zu berichten. Bevor wir was veröffentlichen, müssen wir unsere Aussagen auch beweisen können.

Wer bestimmt beim MDR darüber, was gesendet wird und was nicht?

Das bestimmen die Journalisten, die bringen die Themen. Die bekommen sie über viele Wege: von Agenturen, durch Pressemitteilungen, durch Gespräche im Freundeskreis und manchmal auch Tipps von Politikern.

Was ist an Ihrer Arbeit politisch?

Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind wir das einzige Medium, das durch die Öffentlichkeit kontrolliert wird – durch den Staatsvertrag, die Rundfunk- und Verwaltungsräte. Da sind auch Politiker dabei.

Aber dann sind Sie doch nicht frei in der Berichterstattung?

Doch. Die einzige Grenze sind unsere journalistischen Grundsätze: Das heißt, dass alles nachprüfbar sein muss und dass wir ausgewogen berichten müssen. Die Räte sagen nicht: Ihr dürft das hier jetzt nicht machen. Aber sie melden sich im Falle von Beschwerden, und dann müssen wir genau erklären, warum wir welche Entscheidung getroffen haben.

[Interview: Nicole Kirchner, abgedruckt in: #wtf?! – Wissen, Thesen, Fakten. Ausgabe 1/2016: Lügenpresse? : http://wtf.slpb.de/files/2016/09/160920_233x327_wtf-Ausgabe1_epaper.pdf, S. 7.]

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Lesen Sie zum gleichen Thema auch den Beitrag von Olaf Kittel als Antwort auf einen Leserbrief in der Sächsischen Zeitung Online vom Sa., 12.03.2016: „Schreibt die SZ, was die SPD verlangt?“:
http://www.sz-online.de/nachrichten/schreibt-die-sz-was-die-spd-verlangt-3469639.html.

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Wie die Politik Einfluss auf Medien nimmt

In Deutschland sind die meisten Medien ganz normale Wirtschaftsunternehmen, die zuerst das Ziel verfolgen, Geld zu verdienen. Sie müssen sich dabei wie alle an bestimmte Gesetze halten.

Gleichzeitig gilt per Gesetz: Die Regierung darf sich nicht in die Berichterstattung einmischen oder eigene Medien gründen. Einzige Ausnahme ist der Öffentlich-rechtliche Rundfunk. Sender wie ARD, ZDF oder auch der MDR haben vom Gesetz her den Auftrag, zur demokratischen Meinungsbildung beizutragen. Deshalb werden sie durch Gesellschaft und Politik kontrolliert. Wie sieht das aus?

Rundfunkstaatsverträge:
Der ÖR muss sich an ein solches Gesetz halten. Es regelt alle wichtigen Dinge wie Aufgaben, Finanzen, Werbung usw.

Rundfunk- und Verwaltungsräte:
Darin sitzen Vertreter verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen, auch Politiker. Sie kontrollieren gemeinsam im Sinne der Bürger, ob die Sender ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen.

[Enrico Bach in: #wtf?! – Wissen, Thesen, Fakten. Ausgabe 1/2016: Lügenpresse? : http://wtf.slpb.de/files/2016/09/160920_233x327_wtf-Ausgabe1_epaper.pdf, S. 7.]

 

87 Meinungen 75 Kommentare

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Medien immer noch eine unabhängige Säule der Gesellschaft darstellen.

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03.04.2017 1 Kommentar

Gast positioniert sich zur These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. neutral

was die Politik ihnen vorgibt. Berichterstatter sind orientiert an den Pressemitteilungen und -terminen von Personen und Institutionen der Politik. das Was wird von "der Politik" vorgegeben.

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01.04.2017

Andreas stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Hier besteht eine andere Kausalität. Die Politik benötigt die Presse und deren Einfluss ist sehr groß. In den Redaktionsstuben wird die Marschrichtung vorgegeben.

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31.03.2017 4 Kommentare

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Es gibt eine ausreichende Medienvielfalt. Ich fühle mich gut informiert.

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30.03.2017

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. zu

In den Gremien von ARD und ZDF sitzen vorrangig Politiker, auch nach der letzten Reform. Da sie darüber entscheiden, wer hohe Posten in den Anstalten bekommt, können sie so ganz klar Einfluss auf die Berichterstattung nehmen.

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28.03.2017

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. zu

Sicher gibt es keine Vorschriften der Politik, aber allein der Tendenzschutz (oder Blattlinie) erlaubt es den Medienunternehmern, ihnen unliebe Berichterstattung zu untersagen.

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28.03.2017 1 Kommentar

Marian_D stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. zu

So eine Aussage zeugt von stark ausgeprägter kognitiver Dissonanz. Anscheinend fühlen sich manche Menschen permanent von "der geheimen Weltregierung" über den Tisch gezogen und sehen in "den Medien" deren Erfüllungsgehilfen.

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28.03.2017 1 Kommentar

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Das könnte "die Politik" gar nicht koordinieren, außerdem gibt es in der Politik zu viele unterschiedliche Meinungen.

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28.03.2017

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

1) Pressefreiheit! 2) "Die" Politik gibt es nicht, Bandbreite der Meinungen (Meinungsfreiheit!)

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28.03.2017

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Das ist zu aufwändig. Man kann nicht politisch steuern, wie jede einzelne Redaktion zu berichten hat, das wäre logistisch schon ziemlich schwierig.

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27.03.2017

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Ich halte Medien für grundsätzlich unabhängig. Es mag immer Färbung geben, da auch Journalisten ihre eigene Meinung mit einfließen lassen. Aber das die Politik direkt Einfluss nimmt glaube ich nicht.

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27.03.2017 1 Kommentar

Gast stimmt der These Sächsische Medien berichten nur, was die Politik ihnen vorschreibt. nicht zu

Es würde statistisch nachweisbar sein müssen, um das zu behaupten.

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27.03.2017

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