Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen.

Was versteht man unter Medien?

Der Begriff „Medien“ (lat. „medium“: Mittel) bezeichnet im weiteren Sinne Mittel, welche zum Erreichen eines Zweckes eingesetzt werden. Im engeren Sinne und alltäglich wird der Begriff meistens im Bereich der Kommunikation benutzt. Hier ist ein Medium das Mittel oder der Kanal, um eine Information von Sender zu Empfänger zu transportieren. Umgangssprachlich werden als „Medien“ meist Sendeanstalten des Fernsehens, Rundfunks oder Verlagshäuser der Presse verstanden.

Ob soziale Netzwerke und Informationsangebote des Web 2.0 - also durch (anonyme) Nutzer generierte Inhalte wie z.B. Blogs - unter dem Begriff „soziale Medien“ als Teil des Mediensystems angesehen werden können, ist umstritten. Zwar decken immer mehr Menschen ihren Informationsbedarf über soziale Netzwerke, allerdings dienen diese meistens zur Verbreitung von nach wie vor journalistisch erarbeiteten Inhalten. Gleichzeitig vermischen sich im Bereich des Web 2.0 private Eindrücke mit journalistischer Berichterstattung, eine professionelle Kontrolle findet in der Regel nicht statt.

 

Was bezeichnet man als Fake News?

Unter Fake News versteht man öffentlich lancierte Falschmeldungen die meist im Internet speziell in den Sozialen Medien kursieren. Mit diesen erfundenen Nachrichten sollen Menschen auf bestimmte Webseiten gelockt oder zu Unterhaltungszwecken in die Irre geführt werden. Der Begriff hat durch den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump eine Hochkonjunktur als Schlagwort erfahren. Das Phänomen der Falschmeldungen an sich ist jedoch so alt wie die Massenmedien selbst. Eine neue Qualität und Brisanz erhalten diese Fake News dadurch, dass sie häufig politisch motiviert sind und daher als "ideologische Waffe" unter anderem in Wahlkämpfen zur Beeinflussung des gesellschaftlichen Klimas eingesetzt werden.

 

Wie wirken Fake News?

Eine der zentralen Wirkungen des Einsatzes von Fake News besteht darin, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien abnimmt: 85 Prozent der Befragten sagen in einer Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov, dass es durch Fake News schwierig wird, Nachrichten zu vertrauen. Hinsichtlich der Seriösität der der Nachrichtenquellen wird dabei deutlich unterschieden: 87 Prozent der Bevölkerung sehen die sozialen Medien als Verbreitungskanal für Fake News an, nur 39 Prozent sind der Meinung, dass auch die klassischen Medien Fake News verbreiten. Trotz aller "Lügenpresse"-Vorwürfe genießen also die klassischen Medien nach wie vor mehr Vertrauen als die Sozialen Medien.

Auch das Funktionieren unseres demokratischen Systems an sich scheint aus Sicht der Bevölkerung durch Fake News bedroht: 83 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Wahlen durch Fake News beeinflusst werden können. Würde in der Bevölkerung mehrheitlich unterstellt, dass Wahlergebnisse in Größenordnungen durch den Einfluss gezielter Fehlinformationen durch wen auch immer beeinflusst würden, so wäre die Legitimität des politischen Systems als Ganzes in Frage gestellt.

Mit 89 Prozent die höchste Zustimmung in der gesamten Umfrage erhielt die Aussage „Fake News können zur Diskriminierung von Gruppen führen“. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die allermeisten Deutschen durchaus der Funktionsweise und auch der Gefahren von gezielten Falschinformationen  insbesondere für Minderheiten bewusst sind. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ist deutlich geworden, wie politische Stimmungen durch gezielte Fake News im Interesse bestimmter Gruppierungen beeinflusst werden können.

Eine zusätzliche Brisanz gewinnt das Phänomen der Fake News dadurch, dass sich diese Lügen im Internet nicht nur auf konventionellen Wegen von Mensch zu Mensch verbreiten lassen, sondern zusätzlich durch so genannte Social Bots ( Bots= Abkürzung für Roboter. Gemeint sind Programme, die in sozialen Medien wie Menschen agieren) quasi automatisch via Computerprogramm in Windeseile vervielfachen und in der gesamten Welt verstreuen lassen.

 

 

Was tun gegen Fake News?

Die Erkenntnis, dass sich aus der Problematik der Fake News eine echte Bedrohung für unsere Demokratie ergeben könnte, hat sich sowohl auf der politischen Ebene als auch in breiten Teilen der Zivilgesellschaft herumgesprochen. Dem entsprechend gibt es die unterschiedlichsten Ansätze zum Umgang mit dem Problem:

Grundsätzlich kann man unterschieden zwischen denjenigen, die die Politik bzw. die Gesetzgebung in der Verantwortung sehen und denen, die die Aufgabe der Bekämpfung der Fake News in erster Linie bei den Betreibern der Plattformen suchen. In einer Befragung der Bitkom hat sich gezeigt, dass der weitaus größte Teil der Befragten, nämlich 91 Prozent, der Meinung sind, dass die Betreiber von Sozialen Netzwerken diejenigen sperren sollten, die häufig Falschmeldungen verbreiten. Auch sind 88 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Sozialen Netzwerke es den Nutzern ermöglichen sollten, potenzielle Falschmeldungen zu melden.

Lange Zeit hat auch das Bundesjustizministerium diese Strategie verfolgt und immer wieder das Gespräch mit den Betreibern von Facebook, Twitter und Co gesucht. Diese Bemühungen waren jedoch nicht von durchgreifendem Erfolg gekrönt. Während Facebook immerhin 46 Prozent der von Usern gemeldeten Hassbotschaften gelöscht hat, waren es bei YouTube nur 10 Prozent und bei Twitter gar nur 1 Prozent. Vor diesem Hintergrund wählte das Justizministerium nun eine andere Strategie, indem er nun gesetzlich gegen strafbare Inhalte im Netz vorgehen will. Inwieweit dies erfolgversprechend ist, darüber streiten sich die Experten ebenso wie über die Frage, ob nicht die bislang existenten Gesetze bei konsequenter Anwendung ausreichend seien.

Eine andere Strategie zum Umgang mit Fake News setzt dagegen weniger auf administrative Eingriffe weder durch die Betreiber noch durch den Gesetzgeber und appeliert statt dessen an die Eigenverantwortung der Nutzer sozialer Medien. Immerhin 56 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Demokratie so etwas wie Falschmeldungen aushalten müsse. Beachtliche 89 Prozent sind der Meinung, dass die Nutzer lernen müssten, wie sie Falschmeldungen besser erkennen können. Aus dieser Einschätzung wird die Bedeutung von Medienbildung für alle Altersgruppen deutlich. Nur wer Medien, ob analog oder digital, souverän nutzen kann und wer sich aus unterschiedlichen Quellen informiert, ist in der Lage, sich eine qualifizierte Meinung zu komplexen Sachverhalten zu bilden.

 

31 Meinungen 19 Kommentare

Gast stimmt der These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. nicht zu

Was sind Fake News? In meinen Augen handelt es sich hier um Lügen und diesen muss man Fakten entgegen halten.

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21.03.2017 6 Kommentare

Gast stimmt der These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. zu

Und zwar im Sinne von: sie aufdecken, bloßstellen, entkräften.

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20.03.2017 2 Kommentare

Gast stimmt der These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. zu

Das Problem sind weniger die fake news als die Leute, die oberflächlichen Informationen und seltsamen Quellen Glauben schenken.

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20.03.2017 1 Kommentar

Klugscheißer12 stimmt der These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. zu

Gerade in der heutigen Zeit fällt es immer schwerer, Wahrheit und Lüge voneinander zu unterscheiden.

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20.03.2017

Gast positioniert sich zur These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. neutral

Bewusste Falschmeldungen sollten konsequent widerlegt werden. Man muss also nicht mit ihnen leben. Andererseits sollte man nicht auf jede noch so abstruse Meldung und Meinung reagieren - solange sie nicht strafbar ist.

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20.03.2017

Frank-DD positioniert sich zur These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. neutral

Ja, das muss man lernen, indem man Quellen hinterfragt. Nein, denn das Thema wird völlig übertrieben dargestellt. So viele Fake News gibt es gar nicht und wenn, werden sie meist schnell von Kommentatoren widerlegt.

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20.03.2017 1 Kommentar

Gast stimmt der These Wir müssen lernen, mit Fake News umzugehen. zu

Sehr richtig! Aber gibt es überhaupt jemanden, der dieser These widerspricht? Ist doch Quatsch. Aber apropos FakeNews: gibt es eine Handhabe wie man gegen falsche Berichterstattung von sogenannten "öffentlich-rechtlichen" vorgehen kann?

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20.03.2017 1 Kommentar

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